Direkt im Anschluss findet die 'große Gesprächsgruppe' meiner Station statt, deren Zusammensetzung sich durch Abreisen 'alter' und Anreisen 'neuer' Patienten sich ständig verändert.
Ein neues Mitglied stellt sich vor: Ein sehr alter Herr, der offen sagt, nicht gern in der Klinik zu sein: "Ich wäre am liebsten zu Hause, um mit Alkohol meinen Kummer zu vergessen... Weihnachten ist schrecklich für mich..." Er weint, erzählt auf die Bitte des Arztes hin, dass er vor sehr langer Zeit von seiner damaligen Frau und seinem besten Freund betrogen wurde und ihm am Weihnachtstag eröffnet wurde, dass seine Frau von dem anderen Mann schwanger sei.
Dann berichtet er in zornigen Worten sehr ausführlich von der anschließenden Trennung, seinen finanziellen Problemen bei der Unterhaltung seiner geschiedenen Frau und der beiden gemeinsamen Söhne. Er benutzt dabei sehr gewöhnliche Ausdrücke im Dialekt seiner Heimat, wird immer wieder vom Arzt freundlich gebeten, uns anderen deren Sinn zu erklären.
Der alte Herr schließt seine Rede mit bedauernden Worten: "Ich will nicht mehr leben, und deshalb bin ich hier. Schade, dass es nicht geklappt hat..."
Einige der Gruppenteilnehmer distanzieren sich spürbar, lehnen sich zurück, verschränken die Arme vor der Brust, werfen sich vielsagende Blicke zu, drücken Unbehagen aus. Die Patientin neben mir, die ein Klima von Warmherzigkeit verströmt, flüstert mir zu: "Er ist alt... Man muss ihn erzählen lassen!"
Vinzenz sagt kühl zu dem alten Herrn: "In Ihrem Alter bringt man sich nicht selbst um, da kann man in Ruhe auf den Tod warten!"
Ich frage den Senior: "Leben Sie seitdem allein?"
"Nein. Ich bin seit über dreißig Jahren wieder verheiratet - aber die Erinnerungen lassen mich nicht los..."
Der Stationsarzt rät dem alten Herrn, sich ein neues Bild von Weihnachten zu schaffen, sich bewusst die Stimmung im Haus, das gute Essen und das Festprogramm in seine Erinnerung einzuprägen, um endlich vergessen zu können.
Für 16 Uhr sind alle Patienten zum Kaffeetrinken und anschließendem Weihnachtssingen in die Cafeteria eingeladen. Ich habe den starken Wunsch, allein zu sein, mit dem Wagen eine Strecke zu fahren, meinen Gedanken nachzuhängen. Ich stecke Schlüssel und Zigaretten ein und fahre in der beginnenden Dunkelheit los, ignoriere das mahnende gelbe Licht der Ladekontrolle.
Auf einsamer Landstraße wird plötzlich das Licht der Scheinwerfer schwächer, das Fahrzeug langsamer. Der Motor stirbt ab, und ich bleibe weit entfernt von der nächsten Ortschaft in der mittlerweile eingesetzten völligen Dunkelheit stehen. Mir schlottern die Knie. Ich habe Angst, ein anderer Fahrer könnte das Auto übersehen und auffahren. Ich zittere und fühle mich sehr allein, mache mir heftige Vorwürfe, nicht in der Klinik geblieben zu sein, führe stumme Selbstgespräche: Ruhig, Regine, ruhig... Denke nach, was jetzt zu tun ist!
Die Warnblinkanlage funktioniert zu meiner Erleichterung noch. Ich steige aus und gehe auf der dunklen Straße zurück, stelle das Warndreieck auf. Es ist kurz vor 17 Uhr, nach wie vor kein Wagen in Sicht. Zeit des weihnachtlichen Kirchgangs und der Bescherung. Von fern höre ich Glockenläuten. Ich setze mich wieder in den Wagen, will eine halbe Stunde auf eventuelle Hilfe warten und notfalls in die nächste Ortschaft laufen.
Vinzenz bot vor seiner Heimreise an, selbst nach dem Grund der Störung zu sehen oder mit mir zu einer Werkstatt zu fahren, von mir abgelehnt. Ich wollte ihn nicht belasten, ihm schmutzige Hände oder den Zeitaufwand für ein Werkstattgespräch ersparen: "Danke, Vinzenz, lass nur - ich kann das allein regeln!"
Dann verschob ich die Überprüfung von einem Tag auf den anderen, so wie ich seit langem die Erledigung lästiger Dinge verschiebe, den Gedanken daran einfach verdränge. Und nun sitze ich voller Angst vor einem Unfall am Heiligabend auf nachtdunkler, einsamer Landstraße in meinem Auto, trage weder Schuhe, die für einen größeren Fußmarsch geeignet sind, noch einen warmen Mantel, und bin wütend auf mich selbst: Das geschieht dir völlig recht, Regine. Diese Aufregung hättest du dir leicht ersparen können. Dies wird jetzt möglicherweise dein unvergessliches Weihnachtserlebnis!
Im Rückspiegel sehe ich weit entfernt Autoscheinwerfer leuchten. Ich steige aus, gehe einige Meter zurück und bitte den für mich durch die Blendung der Scheinwerfer nicht sichtbaren Fahrer durch Senken meiner beiden flachen Hände um Fahrtverlangsamung. Der Wagen hält neben mir an, die Scheibe an der Beifahrerseite wird heruntergekurbelt, eine männliche Stimme fragt, ob ich ein Problem habe.
"Mein Auto ist stehengeblieben. Gibt es hier einen Pannendienst?"
"Im nächsten Ort. Ich sage dort Bescheid. Es wird vermutlich einige Zeit dauern, bis jemand hier ist! Machen Sie sich keine Sorgen!"
Ich bedanke mich erleichtert und setze mich frierend, aber etwas beruhigter wieder in den jetzt ausgekühlten Wagen. Während der nächsten Viertelstunde halten noch einige Fahrzeuge; die Fahrer bieten Hilfe an. Ich lehne dankend mit Hinweis auf den informierten Pannendienst ab.
"Frohe Weihnachten!"
"Frohe Weihnachten! Und vielen Dank!"
Dann hält wieder ein Fahrzeug. Der Fahrer, der versprochen hatte, meine Bitte um Pannenhilfe weiterzugeben, ist noch einmal zurückgekommen und beruhigt mich: "Es kommt gleich jemand! Frohe Weihnachten!"
"Frohe Weihnachten! Danke!"
Ein zweites Fahrzeug hält, ein Mann steigt aus, stellt sich als Werkstattbesitzer vor. "Haben Sie bitte noch etwas Geduld... Meine beiden kleinen Kinder warten zu Hause auf die Bescherung... Ich bin nur kurz gekommen, um Ihnen zu sagen, dass Sie ganz beruhigt sein können. In ein paar Minuten kommt ein Abschleppwagen. Der Fahrer hilft Ihnen auf jeden Fall weiter. Wenn Sie möchten, kommen Sie dann nach den Feiertagen noch einmal in meine Werkstatt!"
In diesem Moment trifft auch der Abschleppwagen ein. Die Straße ist jetzt belebter, der übrige Verkehr schlängelt sich an den parkenden Autos vorbei. Der freundliche Helfer und der Werkstattbesitzer verabschieden sich, fahren weiter. Der Fahrer des Abschleppwagens setzt sich hinter das Lenkrad meines Autos, prüft die Zündung, steigt aus: "Ich baue Ihnen jetzt eine Ersatzbatterie ein. Wie weit haben Sie zu fahren?"
"Ca. 10 Kilometer. Ich habe meine Geldbörse jetzt nicht hier..."
"Kein Problem. Ich fahre hinter Ihnen her; Sie können mir das Geld für die Batterie dann dort geben! Ich werde die alte Batterie überprüfen - rufen Sie mich nach Weihnachten an!"
Nach dem Eintreffen an der Klinik bitte ich ihn, kurz zu warten, und hole Geld und einen der beiden in Geschenkpapier verpackten und ursprünglich für die Reinmachefrauen der Station vorgesehenen Azaleentopf aus meinem Zimmer.
"Herzlichen Dank für Ihre prompte Hilfe! Ich dachte schon, ich würde den Weihnachtsabend auf der Landstraße verbringen müssen. Ich bin sehr überrascht, dass so viele Menschen im Dunkeln angehalten haben... ohne Angst vor einem Verbrechen - bei einem Wagen mit fremdem Kennzeichen." Er antwortet lakonisch: "Vielleicht weechen Weihnachten!"
Dies ist also mein unvergessliches Weihnachtserlebnis, das ich wegen der großen Hilfsbereitschaft mir völlig fremder Menschen in dankbarer Erinnerung behalten werde.
Ich gehe zurück ins Gebäude, hole Ellen zum Abendessen ab. In mir ist plötzlich ein starkes Kältegefühl und Zittern, das Gefühl, meine Zähne begännen gleich aufeinanderzuschlagen. Ellen nimmt mich in die Arme: "Du hast einen leichten Schock, meine Liebe! Jetzt ist es ja überstanden; du brauchst keine Angst mehr zu haben!"
Wie jeden Abend gehe ich dann bereits gegen Acht zu Bett, warte sehnlichst auf Richards Anruf, um ihm berichten zu können und mich durch die Schilderung des positiven Ausgangs meines Abenteuers zu erleichtern: "...aber irgendwie scheint mir das alles symbolisch für meinen schlechten Zustand: Ich kann es im Moment nicht über mich bringen, zielstrebig und sofort unangenehme Situationen zu klären."
"Solange es so gut ausgeht... Denke nicht weiter darüber nach - am besten, du bringst das Auto gleich nach den Feiertagen zum Nachsehen."
Am ersten Weihnachtsfeiertag findet die zweite Veranstaltung des meditativen Malens statt. Wieder einige Körperspiele, viel Mimik und Pantomime, Gelächter. Dann die Aufforderung, auf den wiederum ausliegenden Zeichenblättern nach den Klängen von klassischer Musik mit Kohlestift Schraffuren zu erzeugen: "Keine Bilder! Drücken Sie ausschließlich Ihre Empfindungen aus! Versuchen Sie, Dunkelheit und Helligkeit darzustellen!"
Meine Hand mit dem Kohlestift scheint eine Art Eigenleben zu besitzen. Auf dem unteren Teil des Blattes entstehen dicht an dicht kleine Kreuzschraffuren, Dunkelheit, die sich nach oben hin immer weiter lichtet: Helligkeit. Ich denke an meinen Sohn, das dunkle Gespinst seiner Sucht, aus dem er sich erhebt, um sich frei entfalten zu können. Ich deute seine Augen und Augenbrauen durch zarte Schraffuren in der Mitte des Blattes an, bemerke, dass die beiden Therapeuten neben mir stehen und mir zusehen. Ich blicke fragend hinüber. "Nicht unterbrechen lassen! Nur Ihrem Gefühl nachgeben!"
Ich zeichne nicht weiter, betrachte das Bild, spüre große Zuversicht. Robin wird es schaffen! In ihm ist Stärke. Stärke, die er bereits zeigte, als er in solch schlechtem körperlichen und seelischen Zustand den Mut aufbrachte, in einem fremden Land ohne den Beistand seines Arztes und ohne Unterstützung durch Ersatzdrogen seine Lebensumstände massiv zu verändern.
Mir steigen bei dem Gedanken an Robin, die Spannungen innerhalb unserer Familie während der letzten Jahre, heiße Tränen in die Augen.
Hinter mir höre ich ein verzweifeltes Aufschluchzen. Ich drehe mich um, vergesse meinen eigenen Schmerz. Ein junger Mann steht vor seinem Zeichenblatt, beide Hände vor sein Gesicht geschlagen, von einem Weinkrampf geschüttelt. Die ihm am nächsten stehende Patientin geht impulsiv auf ihn zu, umfängt ihn mit beiden Armen und zieht ihn an sich, streichelt mit einer Hand beruhigend seine bebenden Schultern.
Ich sehe betroffen auf sein Bild. Es ist schwarz, nahezu jeder Millimeter Papier bedeckt von schwarzen, kreuz und quer verlaufenden Strichen. Erinnerung an ein Bild, das Robin mit 12 Jahren malte: tiefschwarz, durch eine weiße, diagonale Linie geteilt. Auf meine betroffene Frage, was er darstellen wollte, zuckte er damals mit den Schultern: "Vielleicht ist die weiße Linie ein Weg..." Die Therapeuten bitten uns alle, uns zu setzen. Wir schweigen lange, um dem jungen Mann Zeit zu geben, sich zu sammeln. "Möchten Sie über Ihre Gefühle sprechen?"
Er schüttelt den gesenkten Kopf: "Ich kann jetzt nicht darüber reden... Ich habe bisher mit niemandem darüber gesprochen..."
Der Therapeut fragt sanft: "Wer ist Ihr Kliniktherapeut? Er wird sich um Sie kümmern!"
Wieder entsteht eine lange Gesprächspause. Der junge Mann wird merklich ruhiger, sieht dann auf und lächelt in einer Mischung von Scham und Erleichterung. Auch die Anspannung der übrigen löst sich in Lächeln, aufmunternden Worten.
"Das wird schon wieder!"
"Traurigkeit muss auch sein!"
"Beinahe hätte ich aus Mitgefühl auch geweint!"
Die Therapeutin spricht eine Frau mittleren Alters mit wippender Pferdeschwanzfrisur an, fragt, wie sie sich, kurz vor der Heimreise stehend, jetzt im Moment fühle?
"Etwas merkwürdig. Der junge Mann tut mir leid. Aber es geht mir im Gegensatz zur Anfangszeit meines Aufenthaltes hier nicht mehr unter die Haut... Ich fühle mich wohl, gut erholt und sehr unternehmungslustig."
Ihre Worte wirken auf mich wie ein frischer Wind. Sie strahlt die Energie förmlich aus, von der sie spricht.
Die heutige Veranstaltung ist beendet. Ich halte mich beim Hinausgehen in der Nähe dieser entspannt und fröhlich wirkenden Frau und sage zu ihr: "Es macht mir großen Mut, jemanden wie Sie hier zu treffen - Im Moment kann ich mir noch nicht vorstellen, in einigen Wochen wieder so munter zu sein... Ich habe trotz meiner Zuversicht eher das Gefühl, ganz rapide immer noch weiter abzubauen, obwohl ich hier doch völlig ohne Pflichten und Ärgernisse leben kann - zur Zeit verbringe ich noch sehr viel Zeit auf oder in meinem Bett. Deshalb ist es wirklich sehr erfreulich, einen lebenssprühenden Menschen wie Sie zu treffen!"
Sie lacht: "Ich war auch ziemlich erledigt, als ich hier ankam... Mein Beruf... Aber ich habe mich wunderbar erholt! Ihnen geht es bestimmt auch bald wieder besser!"
Es wird mir auch bald besser gehen; ich bin sicher. Ich fühle mich bereits wesentlich ausgeglichener. Aber immer noch körperlich so schlapp, dass ich mich beim Hinaufgehen nur einer Treppe zur nächsten Etage mit einer Hand am Geländer halten muss, um durch Zug meines Armes meine Beinmuskeln zu unterstützen, das willenlose Zusammenklappen meiner Kniegelenke zu verhindern. Allein unterwegs, meide ich das Hinaufgehen von Treppen völlig und fahre mit einem der zahlreich vorhanden Lifts.
Kein Gedanke an freiwillige Teilnahme an der morgendlichen Frühgymnastik, deren lebhafte Geräusche, Füssegetrappel, Lachen, ab Sieben aus dem Saal in mein darüber liegendes Zimmer dringen - nach wie vor reißt mich der Wecker aus dem mit wenigen Ausnahmen erst weit nach Mitternacht einsetzenden und in den letzten Morgenstunden besonders tiefen Schlaf, aus dem ich nur sehr mühsam erwache. Ich liege lange im Bett, versuche den Moment des Erhebens hinauszuschieben. Wie jeden Tag wünsche ich mir, erst Stunden später aufstehen zu müssen, zu einem Zeitpunkt, zu dem ich mich etwas lebendiger fühle als am frühen Morgen.
Regelmäßige Teilnahme an den Mahlzeiten ist jedoch Pflicht; Unbegründete Abwesenheiten werden vom Personal des Speisesaals an die jeweilige Station weitergemeldet. Allein die Gewissheit, dass eine der Saalbedienungen mich anrufen würde oder eine der Schwestern zu mir ins Zimmer käme, um den Grund meiner Abwesenheit herauszufinden, entscheidet den täglichen inneren Kampf, der auch durch die Verschiebung des Frühstücks an Sonn- und Feiertagen um eine Stunde nicht wesentlich leichter wird und erst nach ausgiebigem erst heißem und dann eiskaltem Duschen endgültig zugunsten des Wachbleibens und gegen das Wieder-ins-Bett-Kriechen entschieden ist.
Zeit zum Mittagessen. Ein Patient, den ich vom Sehen kenne, geht während der letzten Meter zum Speisesaal neben mir, fragt mich, wie ich damit zurechtkäme, über Weihnachten in der Klinik zu sein?"
"Gut! Sehr gut!"
"Ich nicht! Frauen haben es einfacher. Sie finden sich viel leichter zu Gesprächen zusammen. Die meisten Männer hier gehen abends in die Kneipe. Ich will das nicht jeden Tag..."
Ich spüre den Impuls, ihm einen gemeinsamen Spaziergang anzubieten, und frage mich im gleichen Moment, weshalb ich gerade dazu ansetze, aus Mitgefühl sein Problem zu meinem zu machen. Ich bin gern allein, möchte die Zeit zur Ordnung meiner eigenen Gedanken und zur Zukunftsplanung nutzen, statt mir zusätzlich zu den in unseren Gruppengesprächen geschilderten fremden Problemen weitere Schicksale anhören zu müssen.
Ich habe Ellen als Gesellschaft, die ich regelmäßig zu den Mahlzeiten und abends zu einem Spaziergang vor dem Schlafengehen treffe, und die stets lebhaft und voller Anteilnahme über die neuesten Klinikgeschehnisse und Gerüchte berichtet. Auch heute sitzt sie bereits am Tisch, als ich eintreffe und durch den Saal auf dem Weg zum Büffet zu ihr hinübersehe. Ihr Gesicht strahlt auf, als sich unsere Blicke treffen.
Das Abendessen heute ist ein Festmenü mit kalten und warmen Speisen, trotz der auch sonst sehr hohen Qualität des Essens ertönen erfreute Ahs und Ohs aus der vor mir anstehenden Reihe von Patienten. Viele der Frauen sind frisch frisiert und festlich gekleidet, Pailletten glitzern auf Stoffen und Pullovern, rotgeschminkte Münder lachen. Wenige Männer tragen Anzüge, alle jedoch statt der sonst bei den meisten üblichen Pullover jetzt Hemd und Krawatte. Die Stimmung ist heiter. Wieder überraschte Ausrufe beim Erreichen der Tische. Für jeden Gast steht an seinem Platz auf einer Leinenserviette aus Blaudruck eine kleine Keramikglocke mit der für die Gegend typischen Bemalung sowie ein gefüllter Weihnachtsteller.
Ellen deutet lächelnd an, dass sie jetzt sicher sei, die Verlängerung genehmigt zu bekommen, und übergibt mir ihr persönliches Geschenk an mich, ein Päckchen mit einer handgebastelten Grußkarte, einer Porzellankatze, einem Stück Fliederseife, einem goldfarbenen Kerzenhalter in Sternform mit roter Kerze. Ich habe kein Geschenk für sie, versuche darüber hinwegzutäuschen, indem ich ihr die Überreichung einer Pflanze nach dem Essen ankündige und damit auch die zweite für die ursprünglich für die beiden Frauen des Reinigungspersonals vorgesehene Azalee anderweitig verschenke.




