Nach der nächsten Gesprächstherapierunde erinnere ich meinen Stationsarzt an meinen Wunsch, die Körpertherapiegruppe zu verlassen und zur Gestaltungstherapie zu wechseln.
"Wir sollten darüber sprechen, worin Ihre Abneigung begründet ist. Ich habe Sie aber bereits beim Kunsttherapeuten angekündigt. Falls wir uns vorher nicht mehr sprechen, können Sie seine Info-Stunde um 15 Uhr besuchen, Raum 151 im Untergeschoß."
Am Nachmittag mache ich mich rechtzeitig auf den Weg. Raum 151 ist ein Patientenzimmer. Vielleicht im Altbau? Dort befinden sich jedoch nur Bäderabteilung und Sauna im Kellergeschoß. Zurück in den Neubau. Durch die verglasten Wände der Verbindungshalle und die niedrigen Fenster des angrenzenden Sportsaales sehe ich die Teilnehmer der Körpertherapiegruppe im Kreis sitzen, die Therapeutin sieht mit unbewegtem Gesicht zu mir hinüber. Ihr Blick ist mir peinlich. Ich wende meinen Kopf zur Seite und gehe eilig weiter zum Schwesternzimmer meiner Station, möchte dort erfragen, wo genau ich den Kunsttherapeuten treffen soll.
Die Tür ist abgeschlossen, der Raum hinter der Glasscheibe dunkel. Ich bin enttäuscht, frustriert, diesen Termin trotz meiner Bemühungen nicht wahrnehmen zu können. Heiße, enttäuschte Wut steigt in mir hoch. Dann eben nicht! Ich hole Mantel und Zigaretten aus meinem Zimmer und gehe hinaus ins Freie, um mich mit energischen schnellen Schritten abzureagieren.




