Burnouts - Die Mackenburg

... doch Vorsicht - dieser Roman kann das Bewußtsein verändern !

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Burnouts - Die Mackenburg Kapitelübersicht 3. Kapitel ZUSAMMENSTÖSSE

3. Kapitel ZUSAMMENSTÖSSE

Am nächsten Morgen fährt mein Vorgesetzter fort, die voraussichtlichen Erledigungstermine rückständiger Arbeiten abzufragen, schüttelt bei jeder Vertröstung unwillig den Kopf.

In mir beginnt es zu kochen, ich habe plötzlich den Impuls, meinen inneren Druck herauszuschreien, mich von der ständigen Anspannung zu befreien, die meinen Kopf dröhnen und Herz und Magen schmerzen läßt: "Ich versuche schon jahrelang, Ihnen klarzumachen, daß die Arbeit mit den vorhandenen Personen einfach nicht zu schaffen ist! Und andauernd klingelt mein Telefon - wer mich telefonisch nicht erreicht, fordert über den Werkfunk Rückruf an. Ständig geht die Tür auf, und irgendjemand kommt unangemeldet und
hat ein Anliegen, das ich möglichst gestern lösen soll! Nahezu jeden Tag sind Streitereien unter meinen Mitarbeitern zu schlichten, die sich völlig überreizt anfeinden und notgedrungen Arbeit abwehren wollen, statt sich gegenseitig zu helfen! Unter diesen Bedingungen ist einfach kein konzentriertes Arbeiten möglich!"

"Worauf wollen Sie hinaus? Wollen Sie eine Gehaltserhöhung? Darüber können wir sprechen..." "Nein! Ich will keine Gehaltserhöhung! Ich will, daß meine Aufgaben in ein vernünftiges Verhältnis zu meinem Gehalt gebracht werden! Meine Leistungsgrenze ist weit überschritten …. Wenn ich eine Gehaltserhöhung akzeptieren würde, würde ich mich selbst Lügen strafen!"

"Sie wollen also nicht für Geld arbeiten?"

"Was nützt mir Geld, wenn ich vor Überanstrengung vor die Hunde gehe und keine Freude mehr am Leben habe..."

Er sieht mich ungläubig an: "Keine Freude mehr am Leben...? Sehen Sie doch auch einmal die Vorteile Ihrer Arbeit! Sie ist sehr abwechslungsreich, und Sie lernen bei jeder neuen Aufgabe etwas dazu! Das muss doch sehr befriedigend für Sie sein! Sie sind seit 20 Jahren im Unternehmen, im Haus sehr angesehen, und Sie sind eine meiner besten Kräfte. Sie waren bis vor sechs Jahren Sekretärin und sind inzwischen Abteilungsleiterin mit Personalverantwortung. Darauf können Sie stolz sein! Und Sie erhalten an jedem Monatsende pünktlich Ihr Gehalt. Das ist in der heutigen Zeit für viele nicht selbstverständlich!"

Mit diesen Argumenten hatte ich mich selbst jahrelang motiviert. Jetzt gelingt es mir nicht mehr, und ich sage leise: „Ich halte diesen Druck einfach nicht mehr aus - ich bin völlig erschöpft! Ich bin ein Wrack..."

Er erhebt sich und schließt das Gespräch mit den Worten ab: "Wir sprechen ein andermal weiter - vor meinem Büro warten schon seit einer Viertelstunde die Teilnehmer der nächsten Besprechung. Ich bin sehr unter Zeitdruck - Sie verstehen doch? Ich werde Ihnen in den nächsten Wochen Gelegenheit geben, die liegengebliebenen Arbeiten zu erledigen!"

Ab diesem Moment übergibt er mir keine weiteren Aufträge, bespricht aktuelle Dinge nicht mehr mit mir, sondern überträgt sie direkt an meine Mitarbeiter, die teils erfreut über die plötzliche Aufmerksamkeit und scheinbare persönliche Zuwendung, aber schockiert über die Zusatzarbeiten ohne direkten Widerspruch seine Wünsche erfüllen.
 

Abhängigkeiten  Aggressionsstörung  Arbeitslosigkeit  Depression  depressive Verstimmung  Erschöpfung  Gedankenkarussell geistige Prostitution  Helfersyndrom  Leistungsdruck  Konzentrationsstörung  psychosomatische Erkrankung  Essstörung  Rückzug  Schlafstörungen  Selbstmord  Angst  Selbstmordgefährdung  Selbstverletzung  sexueller Mißbrauch  Suchtgefährdung  Trauer  Überforderung  Überlastung  Verhaltensstörung  Verlust  Zwänge

Frühere Veröffentlichung:

Goodbye, Robin

ENGLISCHE ÜBERSETZUNG
als KAPITEL-SERIE



Referenzen und Lesungen siehe Autorenhomepage www.ilse-koempel.de


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